Grosses Plakat mit der Aufschrift: Stadt der Frauen

Feminismus und Selbstbewusstsein

Feminismus und Selbstbewusstsein

Ich würde gern einen Text schrieben, zum morgigen Frauentag, zu Selbstbewusstsein und Frauenrechten, doch ich merke mit jedem Anfang, den ich tippe, wie müde mich das Thema inzwischen gemacht hat. Müde in dem Sinne, weil ich das Gefühl habe wir treten auf der Stelle, während man uns immer weiter verdrängen will, nach hinten. So wie es gerade aussieht wird das antifeministische Verhüllungverbot in der Schweiz angenommen. Frau kann zum Niquab stehen, wie sie will, aber das wieder die Gesellschaft bestimmt was Frauen tragen oder nicht tragen dürfen, finde ich äusserst bedenklich.

Es erinnert mich an Erzählungen von meiner Oma, in der es darum ging, dass die Gesellschaft dir früher diktierte was du anzuziehen hast als Frau. Weltweit, nicht nur in der Diktatur unter Ceausescu.

Einfach müde, nur noch müde

Ich bin müde, müde immer wieder die gleichen Themen durchzukauen, seit Jahren. Müde, immer und immer wieder für meine Rechte einzustehen, mit Frauen zu stehen, die sich wegen Begrifflichkeiten bekriegen, während sich das Patriarchat in die Fäuste lacht und uns zurück nach 1950 drängen möchte. Deswegen fing ich an, im kleinen, Frauen zu unterstützen, damit sie für sich einstehen können, damit sie neue Rollenbilder definieren können, um Vorbilder zu werden, die vorleben, dass ein Leben, ausserhalb der gesellschaftlichen Norm möglich ist und auch erfüllend sein kann. Das jede Frau ihren eigenen individuellen Weg gehen darf. Denn in dir drin muss die Veränderung stattfinden, die du im Aussen sehen willst.

When things change inside you, things change around you!

Es fängt also alles im Inneren, mit dir an! Doch leider werden wir immer noch so erzogen, uns zu vergleichen, in Konkurrenz zu gehen, ob zuhause unter den Geschwistern, («Wieso kannst du nicht sein wie deine Schwester / Bruder?») später in der Schule durch Benotung, oder auch im Beruf durch Anreize die uns zu Konkurrentinnen, statt zu Verbündeten macht.

Ich finde das schade, selbst gestandene Feministinnen schlagen sich fast die Köpfe ein, wegen Begrifflichkeiten, die sie auch anders aus der Welt bringen könnten, in dem sie verschiedene Lebenswelten akzeptieren lernen und sich gegenseitig unterstützen, aufklären, einen Konsens und gegenseitiges Verständnis praktizieren, statt sich zu streiten. Auch da beobachte ich seit Jahren ein schwarz-weiss Denken, obwohl es ja immer hiess: Feminismus ist, wenn Frau sich aussuchen kann wie sie lebt, sich kleidet und sich gibt. Feminismus macht sich für alle Frauen stark, für Gleichberechtigung. Feminismus setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein, weltweit.

Von Schwesterlichkeit und Zusammenhalt 

Die Realität ist leider eine völlig andere. Vielleicht war auch mein Wunschdenken von Feminismus eine naive Vorstellung aus dem Märchenbuch, von Schwesterlichkeit und Zusammenhalt. Denn auch unter ihnen können manche ihr Ego nicht auf die Seite legen, weil da noch sehr viel Unsicherheit in der eigenen Persönlichkeit mitschwingt und die sich in hässlichen Machtspielen entladen.

Feminismus als beschützende Mutter für alle?

Auch glauben andere, Feminismus muss sich um alle Belange der Welt kümmern, sonst ist es kein echter Feminismus. Doch welche Bewegung schafft es die Bedürfnisse aller unter einen Hut zu bekommen? Keine. Aber Feminismus muss das stemmen, sonst ist es kein echter Feminismus. Hmm, schwierig. Dieser Anspruch an den «perfekten, echten Feminismus», ohne wem auf die Füsse zu treten finde ich gelinde gesagt äusserst schwierig. Frau ist nicht gegen den Rest der Welt, wenn sie sich nur für Frauen einsetzt, jede hilft da, wo sie kann. Keine Frau hat die Ressourcen sich für alle benachteiligten Menschen dieser Erde einzusetzen. Und das muss sie auch gar nicht.

Gleiches verhält sich mit dem Veganismus, lieber 10000 nicht bis «aufs äusserste» konsequente lebende vegane Menschen, wie drei, die den Veganismus zu 100% leben, mit allen Konsequenzen. Denn das hiesse auch unter anderem kein mobiles Telefon und kein Auto!

Frauen, das fürsorgliche Geschöpf

Frauen müssen sich schliesslich seit Anbeginn der Zeit aufopfernd um alles und jeden kümmern. Auch heute noch, Stichwort «Mental load» in Ehen und Partnerschaften, wenn Kinder in die Partnerschaft kommen, fallen selbst eingefleischte Feministinnen in alte Rollenbilder.

Ich würde mir wünschen Frauen würden sich in erster Linie erstmal um sich selber kümmern. Herausfinden wer sie sind, wofür sie stehen und was sie im Leben wollen, bevor sie im Aussen nach Antworten und Bestätigung suchen, die nur sie und ihr Leben betreffen. Denn einerseits möchte Frau selbstbestimmt leben, andererseits trauen sich die wenigsten für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen. Da wird sich aufgeopfert, Helferkomplexe ausgelebt, sich durchgebissen, die eigene Belastungsgrenze ignoriert, bis zum Burnout und für was? Um ein wenig Bestätigung und Anerkennung im Aussen zu erhalten, unwillig zu verstehen, dass nicht das Aussen den eigenen Wert bestätigen muss! Sondern frau selbst für ihr Innenleben verantwortlich ist.

Wir Frauen können die Welt verändern, so viel ist klar

Doch müssen wir uns erst mit uns im Klaren sein wer wir sind und lernen für uns selbst einzustehen. Lernen mit uns im reinen zu sein, damit wir authentisch im Einklang mit unseren Werten leben können und so auch mit anderen respektvoll umgehen können. Wer mit sich selber nicht respektvoll umgehen kann, wird es auch im Umgang mit anderen schwer haben. And right now it shows – keine Diskussion wohin ich blicke, die ohne Diffamierung auskommt. Besonders im Feminismus.

Ich verstehe die Machtlosigkeit im Angesicht dessen, was seit Jahren mit den Frauenrechten passiert. Doch ich bin auch der Meinung, dass gerade, weil wir alle nicht wirklich miteinander kooperieren, sondern gegeneinander, wir zurückgedrängt werden. Die feministische Bewegung ist sich in vielem sehr uneinig, hat kein klares Ziel mehr und ist dadurch sehr geschwächt.

Frauen, die gemeinsame Sache machen, weil jede mit sich im reinen ist, und sich ihrer Motive im klaren. Diese Frauen haben genug Macht, um die Welt aus den Angeln zu heben. Deswegen wird alles drangesetzt, damit wir uns unwohl fühlen, weil keine Frau der Welt dem gesellschaftlichen Anspruch zu 100% entsprechen kann, egal was sie tut, oder nicht tut. Uns zu Konkurrentinnen zu machen, uns entzweien.

Kurzum: Uns abzulenken und mit allem möglichen zu beschäftigen. Damit wir ja nicht auf die Idee kommen könnten, dass wir, jede einzelne von uns, Macht haben. Das du, ja genau du, Macht hast. Stell dir eine Welt vor, in der jede Frau um ihre Macht weiss. Und diese gezielt für sich und für eine bessere Welt einsetzt. Wie fühlt sich das an? Was macht das mit dir?

Wir Frauen haben die Macht nein zu sagen. Zu allem. Wenn wir es nur schaffen würden alle gemeinsam für unsere Rechte einzustehen. Oder wenigstens für uns selbst.

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