Frau in der Badewanne mit Blumen

Lets talk about Sexualität

Warum wir über Sexualität sprechen müssen?

Weibliche Sexualität ist heutzutage leider noch immer ein Tabu. Es fängt bereits im jungen Alter an, wo Mädchen beigebracht wird, dass sie eine Blume, eine Muschel, oder eine Schnecke haben, anstatt einer Vulva, oder einer Vagina. Warum wir uns immer noch so anstellen als Gesellschaft und Körperteile unter der Gürtellinie verniedlichen müssen – ich weiss es nicht. Wenn manche etwas über kindliche Sexualität hören, schillern bei ihnen alle Alarmglocken, versucht frau aufzuklären, steht schon sehr bald der Vorwurf der Pädophilie im Raum. Dabei sind das ganz natürliche Vorgänge und Entwicklungen, die jedes Kind durchläuft.

Doch was ist Sexualität überhaupt?

Angesichts der Schwierigkeit, „Sexualität“ zu definieren schlägt die amerikani- sche Sexualtherapeutin Offit eine differenzierte Annäherung vor:

„Sexualität ist, was wir daraus machen. Eine teure oder eine billige Ware, Mittel zur Fortpflanzung, Abwehr gegen Einsamkeit, eine Form der Kommunikation, ein Werk- zeug der Aggression (der Herrschaft, der Macht, der Strafe und der Unterdrückung), ein kurzweiliger Zeitvertreib, Liebe, Luxus, Kunst, Schönheit, ein idealer Zustand, das Böse oder das Gute, Luxus oder Entspannung, Belohnung, Flucht, ein Grund der Selbstach- tung, eine Form von Zärtlichkeit, eine Art der Regression , eine Quelle der Freiheit, Pflicht, Vergnügen, Vereinigung mit dem Universum, mystische Ekstase, Todeswunsch oder Todeserleben, ein Weg zum Frieden, eine juristische Streitsache, eine Form, Neu- gier und Forschungsdrang zu befriedigen, eine Technik, eine biologische Funktion, Aus- druck psychischer Gesundheit oder Krankheit oder einfach eine sinnliche Erfahrung“

Avodah K. Offit, 1979

Der Begriff der Sexualität entsprang ursprünglich aus der Botanik. August Henschel prägte den Begriff 1820 mit seinem Buch  „Von der Sexualität der Pflanzen“

Junge Frauen ohne Plan, aber mit Handy

Später in der Schule, lernen wir Frauen recht wenig über unsere Klitoris, aber alles um einen erigierten Penis. Manch ein erwachsener Mann weiss heutzutage noch nicht was eine Klitoris ist, oder wo sie liegt. Leider gilt das auch für manche Frauen. Und so fallen auch manche Mädchen auch aus allen Wolken, wenn ihre Periode vor dem Sexualkundeunterricht in der Schule kommt. Vielen Eltern ist es nämlich unangenehm ihre Kinder aufzuklären, besonders junge Mädchen werden von den «Themen für Erwachsene» lange ferngehalten. Ihnen wird aber spätestens in der ersten Klasse ein Handy mit Internetanschluss in die Hand gedrückt, damit sie erreichbar sind. So kommen viele Kinder schon sehr früh mit Pornos in Berührung und halten das dann für Sexualität.

Weibliche Lust und Aufklärung = Fehlanzeige!

Wir haben viele Worte für männliche Selbstbefriedigung, aber nur ein paar Begriffe für die weibliche Lust. Das liegt daran, dass weibliche Lust lange als nicht existent galt. Eine Frau fügte sich ihrem Ehemann, wann er Lust hatte und liess den Akt über sich ergehen, ohne eigene Wünsche zu äussern. So funktionieren heutzutage immer noch viele Partnerschaften und Ehen, zum leid aller. Wenn ein Mann viele Frauen verführt ist er ein Held, eine Frau, die das gleiche lebt, billig und leicht zu haben. Als wäre die weibliche Sexualität etwas, wofür sich Frau schämen müsste. Dabei wird vergessen, dass hinter jedem Mann, der seinen «Spass» hatte, eine Frau steht, die Lust hatte auf Sex, Stichwort: Female Choice.

Ich habe auch sehr viele Gespräche mit Männern geführt, wo es immer wieder hiess: «Bisher hat sich noch keine beschwert!» als es um das Thema Sex ging. Nun ja, viele Frauen geben aber im Gegenzug dazu an, ihren Orgasmus zu faken und sich ihrem Partner nicht öffnen zu können, weil sie Angst haben vor dem Gespräch und seiner Reaktion. Nicht nur einmal habe ich es auch erlebt, als ich meine Wünsche geäussert habe, dass Männer das als persönlichen Angriff vernommen hatten und gekränkt waren. Als würden ihre Skills im Bett bei jeder Frau gleich gut ankommen – weil wir ja alle auf das Gleiche abfahren und nach Schema F funktionieren. Wer mehr zum Thema Orgasmus erfahren möchte, hier entlang.

Wir müssen über Sex sprechen

Weil weibliche Lust immer noch pervertiert wird, obwohl sie total normal ist. Frauen, die ihre Sexualität offen leben werden heutzutage von der Gesellschaft immer noch abgestraft. Leider auch und besonders von anderen Frauen. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie Frauen sich sperren über Sex zu sprechen. Als müssten sie sich danach in die Ecke stellen und sich schämen. Denn Sex, das ist in vielen Augen immer noch etwas das hinter verschlossener Türe gehört, etwas, dass frau nur mit einer Person teilt, mit der Person die frau im besten Falle noch liebt.

Das es aber ein menschliches Grundbedürfnis ist, wie Essen und Schlafen- das wollen viele nicht wahrhaben. Zu sehr hat man das körperliche an die Liebe gebunden, dabei sind das zwei völlig verschiedene Dinge.

Ganze Beziehungen und Ehen gingen schon in die Brüche, weil das Verlangen nach den Berührungen ausserhalb der Beziehung einfach stärker waren in einem kurzen Augenblick. Ein gemeinsames Leben in Frage gestellt, weil Peter oder Sabrina mal woanders essen waren. Wo wir beim Besitzanspruch sind, was Liebe und Körperlichkeit angeht. Wir können unsere Kinder, Geschwister, Eltern, Omas, Opas, Tanten, Onkel, Freunde und Freundinnen lieben – alle gleichzeitig. Aber wenn wir uns auf eine Liebesbeziehung zu wem einlassen herrscht das Gebot «Es kann nur eine / einen geben?» Ich verstehe es nicht. Die Logik dahinter. Aber dazu ein anderes Mal.

Ich würde mir wünschen, dass Frauen den Mut fassen und das Selbstbewusstsein, und offener werden, entspannter. Das wir miteinander und mit unseren Partnern / Partnerinnen offener sprechen können, ohne zu verurteilen. Unsere Glaubenssätze hinterfragen und anerkennen, dass Sexualität etwas Wunderbares ist und Scham dort absolut keinen Platz hat. Und auch anerkennen, dass Sexualität und Beziehungen so individuell ist, wie wir selbst.

 

Aufklärung ist Schutz, Offenheit ist Schutz

Je entspannter wir mit diesem Thema umgehen, desto erfüllter wird unsere Sexualität. Desto normaler wird es für alle darüber zu sprechen, auch mit den Kindern. Aufklärung der jüngsten ist auch Schutz, das richtige Benennen der Körperteile ist Schutz! Niemand kann was mit «Der XY fasst oft meine Blume an!» anfangen. Aber jeder und jede von uns würde verstehen, wenn ein Kind zu uns sagt: «Der XY hat meine Vagina angefasst!» Von Offenheit profitieren wir alle, besonders wenn es um die weibliche Sexualität geht und alles was dazugehört.

Wie offen gehst du mit Sexualität um?

Info: Sonntag um 19 Uhr habe ich Anna zu Gast auf meinem Instagram channel. Wir werden uns mit dem Thema Bisexualität befassen.

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